Resume der 8- wöchigen Europareise mit dem Lobomobil

Nun, gar nicht so einfach ein Resume über diese Reise zu verfassen. Anfangs wollte ich ja überhaupt nichts mit „Womos“ zu tun haben. Meine vorgefasste Meinung über „Wohnklos“, wie ich sie früher immer nannte, wenn sie mich auf der Autobahn durch behinderndes Verhalten nervten, war ganz und gar negativ und diese Abneigung konnte ich in den ersten Tagen einfach nicht ablegen. Als ich die erste Nacht in Verona neben einer auch nächtens heftig befahrenen Straße in einem infernalischen Lärm zu schlafen versuchte, dachte ich nur; Wie blöd muss man sein um so eine Karre gegen ein gemütliches Eigenheim einzutauschen.

Die Fahrt an den Gardasee am kommenden Tag entschädigte ein wenig, denn ich schoss dort eines meiner besten Fotos. Wir frühstückten in einem Hotel- quasi eine Entschädigung für die nervige Nacht, die ich ohne Hartlauers maßgeschneiderte Silikonohrstöpsel  wahrscheinlich nicht überstanden hätte. Mein Mann bemühte sich redlich mir dieses Leben schmackhaft zu machen, alleine es funktionierte nicht. Jeden Tag hörte ich mir geduldig eine „Belangsendung für Reisen mit dem Wohnmobil“ aus dem Munde meines Mannes an. Jeden Tag strafte ich ihn mit „dem Blick“…

Und dann die Campingplätze. Fast jeden zweiten Tag ein Neuer. Mal schön, mal dreckig, mal Wasser zu kalt, dann Wasser zu heiß… Duschen im Womo. Am Klo duschen, ist nicht so meins und bei 50 Liter Wassertank, auch nicht wirklich gut möglich. Das war auch der Grund, warum wir selten „frei“ standen. Ich weiß nicht, wie das andere Reisende machen, aber ich möchte einfach täglich duschen und aus. Morgens oder und Abends ging ich wie die meisten Camper mit meinem Geschirr brav an die Abwasch, die an jedem Campingplatz an die sanitären Anlagen angedockt ist. So verbraucht man das Tankwasser nicht, dass man zum Kochen und zur Minitoilette am Abend braucht. Über die Menschen in den Campingplätzen will ich nicht viele Worte verlieren. Manchmal waren aber auch recht interessant. Viele  Radfahrer die nur mit einem kleinen Zelt tausende Kilometer herunterradeln.  Auch eine Art Urlaub zu machen, aber ich glaube das gehört schon in den Bereich Meditation. Allein reisende Frauen, die sich trauen und sehr zufrieden dabei gewirkt haben. Die Engländer-   nett und zuvorkommend- die Holländer- sie sind überall und über den Rest möchte ich mich, wie schon gesagt, nicht äußern.  

Nun zum Wetter; Es war in der Regel saukalt. Kaum einmal über 20 Grad. Zu Hause hörte man- habe es so um die 30 Grad- SUPER!
Wir waren trotzig und trotzdem bei 15 Grad im Meer, aber halt nur sehr kurz. Einzig in Bordeaux hatte das Wasser so um die 18-19 Grad und da konnten wir den tollen Wellen einfach nicht widerstehen und blieben beinhart 10 Minuten im tosenden Brandungsspiel. Das war schön und ich habe das im Blog begeistert beschrieben. Allein schon dafür, haben sich so manche Strapazen gelohnt. Statt viel zu baden, fuhren wir sehr viel Rad und wanderten ausgedehnt an den windigen Stränden des wilden Atlantiks oder in den Bergen.

Zusätzlich hatte unsere flotte Europareise viele andere schöne Momente. Interessante Städte und ihre Geschichte. Einzigartige Museen wie das Gulbenkian in Lissabon mit seinen Kunstschätzen von unschätzbarem Wert, oder die technischen Museen in Speyer und Sinsheim. Ein echtes Highlight waren die Concorde und die Tupolev 144- das russische „Pendant“.

Überhaupt waren viele ganz tolle Städte dabei wie; Albenga, San Remo mit seiner tollen Einkaufsmeile, Valencia mit einer beeindruckenden Architektur, Barcelona mit dem einzigartigen Dom, Estepona mit einem Wiedersehen alter Segelkameraden, Gibraltar mit seinen frechen Affen, das Surfer Paradies Tarifa- mit seiner wunderhübschen Altstadt, die „weiße Stadt“ Vejer, Sevilla, Lissabon, Sintra eine Perle mit einer imposanten Burg, Cascais mit seinem lieblichen Hafen, Porto im Regen, Baiona wo die Pinta nach der Entdeckung Amerikas landete, A Coruna mit seinen galizischen Bräuchen, Dudelsäcken und ausgezeichneten Restaurants. Bilbao mit dem großartigen Museum und einer ebensolchen Sushi Bar, Bordeaux/Lacanau- „Les Grans Pins“ mit den schönsten Atlantikwellen der Reise, Vendee- wo wir Norbert Sedlacek mit seinem neuen Projekt antreffen, San Malo- unvergesslich, Mont Saint Michelle- Wahnsinn, Calais- etwas verrucht, aber spannend, dann die Niederlande mit Den Haag, Scheveningen und Zandford, das wunderhübsche Haarlem- die kleine Schwester Amsterdams und schließlich Amsterdam selbst, mit seinen verbotenen Düften, Grachten und Blumen war einfach großartig!
Aber auch Deutschland mit seinen schönen Städten am Rhein. Speyer hat uns dabei ganz besonders gefallen. Sechs Wochen waren geplant. Acht sind es geworden. Und das trotz Abneigung der „Bordfrau“
Einfach war es nicht, kalt wars- aber irgendwie auch schön! Und stellt Euch vor- ich habe mich doch glatt dabei erwischt, mich im Internet nach einer Reiseroute durch Albanien zu erkundigen…Aber das war nicht wirklich ernst gemeint- Oder etwa doch?
 

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